Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
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jüte, lachte niemals und ſprach ſehr wenig; aber ſie und Georg Talboys waren auf der ganzen Fahrt vortreffliche Freunde geweſen.

„Incommodirt Sie meine Cigarre, Miß Mor⸗ ley?“ fragte er, dieſelbe aus dem Munde nehmend.

„Durchaus nicht; bitte, rauchen Sie immerhin fort; ich kam nur herauf, mir den Sonnenunter⸗ gang zu betrachten. Was für ein lieblicher Abend!“

„Ja, ja, ich glaube wohl,“ antwortete er un⸗ geduldig: aber ſo lang, ſo lang! Noch weitere zehn unendliche Tage und woch weitere zehn langweilige Nächte, ehe wir landen.“

„Ja,“ ſagte Miß Morley ſeufzend.„Sie wün⸗ ſchen, daß die Zeit ſchneller herumginge?“

„Ob ich es wünſche?“ rief Georg;„ja, wahr⸗ haftig. Sie nicht auch?“

„Kaum.“

„Aber gibt es denn Niemand, den Sie in Eng⸗ land lieben? Iſt dort Niemand, der Sie liebt und Ihrer Ankunft entgegenſieht?“

„Ich hoffe ſo,“ erwiederte ſie ernſt. Sie ſchwie⸗ gen einige Zeit ſtill, er ſeine Cigarre mit einer wüthenden Ungeduld rauchend, als ob er durch ſeine eigene Raſtloſigkeit den Lauf des Schiffs beſchleu⸗ nigen könnte; ſie, mit melancholiſchen blauen Augen nach dem abnehmenden Lichte blickend, mit Augen, welche durch den unverrückten Blick auf kleinge⸗ druckte Bücher und ſchwere Stickereien geſchwächt zu ſein ſchienen; mit Augen, die vielleicht in Folge der Thränen, welche insgeheim in den todten Stunden der einſamen Nacht vergoſſen worden waren, ein wenig von ihrem Glanze verloren hatten.