Teil eines Werkes 
1. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

ſprechen, aber Georg hatte nur an ſeinem Barte ge⸗

zupft, ihr ſtarr ins Geſicht geſchaut und gelegentlich bemerkt„Ach, ja!“ und„Gewiß ja!“

Die ſentimentale junge Dame, welche in die Heimath reiste, um an ihre Erziehung die lezte Hand zu legen, hatte bei ihm mit Shelley und Byron angeklopft, aber er hatte ihr offen ins Geſicht ge⸗ lacht, als ob Poeſie nur ein Spaß wäre. Der Wollhändler ſondirte ihn in Bezug auf Politik, aber er ſchien auch hierin nicht ſehr tief bewandert zu ſein; ſo ließen ſie ihn ſeinen Weg gehen, ſeine Ci⸗ garren rauchen, mit den Matroſen ſchwazen, über das Bollwerk ſich lehnen und ins Waſſer ſtarren und ſich Jedermann nach ſeiner eigenen Art und Weiſe angenehm machen. Aber als der Argus bis auf eine Strecke von etwa vierzehn Tagen England nahe gekommen war, da bemerkte Jedermann eine Veränderung an Georg Talboys. Er war ohne Raſt und Ruhe; bald ſo luſtig, daß die Kajüte von ſei⸗ nem Gelächter ertönte, bald wieder verdroſſen und nachdenklich. Obwohl er bei den Matroſen in höch⸗ ſter Gunſt ſtand, wurden ſie doch zulezt es müde, ſeine ewigen Fragen, in welcher Zeit man mit Wahrſcheinlichkeit das Land erreichen könnte, zu be⸗ antworten. Konnte es in zehn Tagen, in eilf, in zwölf, in dreizehn geſchehen? War der Wind gün⸗ ſtig? wie viele Knoten legte das Schiff in einer Stunde zurück? Dann gerieth er wieder plözlich in Zorn und ſtampfte auf das Verdeck und rief aus, der Argus ſei eine alte lumpige Barke, ihre Eigen⸗ thümer ſeien Schwindler, daß ſie ihn für einen Schnellſegler ausgegeben haben. Er eigne ſich nicht

8