ein vollkommeneres Wachsthum zeigten, als an ir⸗ gend einem andern Orte der Grafſchaft. Zur Rech⸗ ten lag der Küchengarten, der Fiſchweiher, und eine Obſtbaumpflanzung, umgrenzt von einem trockenen Waſſergraben und einer verfallenen Mauer, die an manchen Stellen nicht ſo hoch als dick war und überall ſich mit kriechendem Epheu, gelbem Steinpfeffer und dunkelm Mooſe überwachſen zeigte. Zur Linken zog ſich ein breiter Sandweg hin, auf welchem vor Jah⸗ ren, da der Ort noch ein Kloſter war, die ſtillen Nonnen Hand in Hand auf und ab gewandelt waren; eine Mauer, mit Spalieren bekleidet und auf der einen Seite von ſtattlichen Eichen beſchattet, welche die flache Landſchaft abſperrten und das Haus und den Garten mit einem dunkelnden Schirm umſchloſſen.
Das Haus ſtand dem Thorbogen gegenüber und nahm drei Seiten eines Vierecks ein. Es war ſehr alt, ſehr unregelmäßig, bald da, bald dort aus⸗ oder einſpringend. Die Fenſter waren ungleich; einige klein, andere groß, einige mit ſchweren Steinkreuzen und reichen Glasmalereien, andere mit ſchwachen Gittern, welche bei jedem Luftzuge klirrten; andere endlich ſo modern, daß es den Anſchein hatte, als ob ſie erſt geſtern noch eingeſezt worden wären. Große Schornſteine ſtiegen da und dort hinter den ſpizigen Giebeln auf und ſahen aus, als ob ſie von Alter und langem Dienſte ſo hinfällig wären, daß ſie ohne den wuchernden Epheu, welcher an den Mauern emporkletternd und ſelbſt über das Dach ſich hinſchleppend dieſelben rings umſchlang und ihnen zur Stüze diente, hätten einſtürzen müſſen. Die
Hauptthüre war in den Winkel eines Thürmchen


