Es khut dem Herzen wohl, wenn man zuchei⸗ len beim Anblick ſeelenvoller Bilder vernimmt, daß es Portraits, und nicht bloß Schoͤpfungen der Künſtlerſeele ſind. Eine Geſchichte aus nicht allzulang vergangner Zeit ſprach mich vor Kur⸗ zem ruͤhrend an; ich nahm mir vor, das edle Bild auch meinen Freunden mitzutheilen⸗ Einige ſelbſtverlebte ſchöne Tage moͤgen ihm gleichſam zum heitern Landſchaftsgrunde dienen.
Schon ſeit lang war ich auf das Schloß einer befreundeten Famille eingeladen geweſen. Nur geiſtig hatten wir bisher in Verbindung geſtanden, allein auch ungeſehen eine lebhafte, gegenſeitige Feundſchaft gefaßt. Ich freute mich, als ich endlich einmal die Reiſe dahin unterſehmen konnte, und am Abend eines ſcho⸗ nen Juniustages den Wohnſitz meiner Freunde begruͤßte.


