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Merkwürdige und wunderbare Prophezeiungen des Bruders Hermann von Lehnin / von Louis de Bouverot. Aus d. Franz. mit e. Einleitung
Entstehung
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als

verdenken oder ihnen daruͤber Vorwuͤrfe machen könnte. Das Geſetz iſt des Menſchen wegen, und nicht der Menſch des Geſetzes wegen da, hat uns der Heiland ge⸗ ſagt. Die Religionen ſind um der Menſchen willen da, und nicht die Menſchen um der Religionen willen. Die Religionen ſind ganz beſonders dazu da, um den Men⸗ ſchen Gelegenheit zu geben, ſich Gott angenehm zu er⸗ weiſen, ſeine Strafen zu vermeiden und ſeine Belohnun⸗ gen zu verdienen. Wenn alſo nach dieſen Grundſätzen ein Menſch, waͤhrend er Wunder verrichtet, gegen deren Wirklichkeit ſich nichts Gegruͤndetes vorbringen läßt, ſich fuͤr einen Abgeſandtrn Gottes erklärt, um zu verkuͤnden, daß Dieſer oder Jener dieſe oder jene Religion verlaſſe, und daß dieſe beſtraft werden werden, wenn ſie ſie nicht verlaſſen, ſo muß dieſe Religion von denen, die ſich zu ihr bekennen, verlaſſen werden, und wenn es dann Men⸗ ſchen giebt, die bei derſelben verharren zu wollen erklären, ſo können ſie mit gutem Grunde denjenigen keine Vor⸗

wuͤrfe machen, oder ſich üͤber die beklagen, die ſich weigern,

ihnen zu folgen. Was will man uns von dem Eide ſprechen, den die Proteſtanten bei der Taufe oder bei der Confirmation ab⸗ legen, ihrem Glauben treu zu bleiben! Jeder Menſch, der 20*