2* n
in Orleans zum Nachteſſen eingefoͤhrt hatte; das reizende Flaͤrchen, deren Verluſt ich 24 Stunden beklagt hatte, und deren plözliche Er⸗ ſcheinung das Andenken an die entzuͤkendſte Nacht meines Lebens in meiner Seele wieder lebhaft wekte. Ich will es dir geſtehen, lieber Leſer, bald ſchwand alle Traurigkeit aus meinem Her⸗ zen, und die Freude nahm ſchnell wieder Plaz darinnen. Ich vergaß Sinval, Sophie, den Marquis von Bellecvur, und die niedliche Fan⸗ chon. Auf die hoflichſte Weiſe von der Welt lud mich Flaͤrchen zum Mittageſſen ein, eben ſo hoͤflich nahm ich ihre Einladung an. Ich
wurde heiter, alle Furcht vor dem Gefaͤngniß
war verſchwunden, ich trug das Bewußtſeyn einer guten Handlung mit mir herum; Sinval befand ſich auſſer Gefahr, ich konnte nicht daran zweifeln, daß ihm der Marquis aufs neue ſeine Hochachtung und die Hand ſeiner Tochter ſchen⸗ ken wuͤrde, und das war genug, um alle Sor⸗
gen zu verbannen. Ich athmete nichts als Freu⸗
de und Vergnuͤgen, denn ich ſollte wieder Hlaͤr⸗ chen gegenuber ſpeißen. Aber wer ſie eigentlich
ſei, und was ſie in Paris mache? Dieſe Fra⸗
gen beunruhigten mich wenig. Ein huͤbſches Maͤdchen, das mir gefiel, das gleichfalls Wohl⸗ gefallen an mir fand, und von dem ich uͤberdiß wußte, daß es nicht zu dem Orden der Veſta⸗ linnen gehoͤre. Sie lachte, wie eine Närrin,
——


