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freilich moglich waͤre, daß man jeden von uns beſonders über dies Kapitel zu Rathe ziehen konnte, ſo wuͤrde auch zuverlaͤßig jeder bon uns auf einem Throne gebohren ſeyn wollen; denn es iſt eine ſchone und gute Sache um die Freiheit, aber weit reizender noch, andern befehlen, und nach eigener Willköhr Geſeze entwerfen zu koͤnnen, als diejenige, die ſchon vorhanden ſind, ſie moͤgen auch noch ſo gerecht und vernunftig ſeyn, befol⸗ gen zu muͤſſen. Ich will damit nicht ſagen, daß Plutarch nicht vollkommen Recht habe. Der Sohn eines elenden Negerſtlaven, welcher ſich mit einer zaͤnkiſchen und bobhaften Mulattin in eine Ver⸗ bindung einläßt, und nicht Kraft genug beſizt, ſich von ihr loszuwinden, leidet unverſchuldet ſeine ganze Lebenszeit uber, da hingegen ein Prinz, deſſen Erzeugung keine groſſere Muͤhe ko⸗ ſtete, in einem Strom von Vergnuͤgungen ſchwimmt, geliebt von einer ſchonen und tugend⸗ haften Gattin, von reizenden Maitreßen wirklich, oder doch dem Scheine nach, angebetet, manch⸗ mal aus der Velt ſcheidet, ohne korperliche Lei⸗ den, ohne einen Widerſpruch erduldet zu haben, zuweilen ſogar ohne den leiſen Fußtritt des her⸗ annahenden Todes zu vernehmen. Danke mir, lieber Leſer, wenn ich dir nicht alle philoſophi⸗ ſche Gedanken auftiſche, welche ſich meinem Ver⸗ ſtande bei dem Plutarchiſchen Saze aufdringen⸗ Beſcheiden will ich ſchweigen, weil hier doch we⸗


