Teil eines Werkes 
2. Th. (1820)
Entstehung
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wo moͤglich, der Heilung des jugendlichen, lie⸗ bentbrannten Gemuͤthes, und der Verguͤtung des Untheils, das ihre Mutter ihr angethan.) WVernichtet, winkte Camilla dem alten Germain zu gehn, ſuchte ſich nach ihrer Einſiedelei zu ſchlep⸗ pen, und blieb, wie vom Donner geruͤhrt, unter einem Baume ſitzen. Die krampfhafte Span⸗ nung ihrer Augen war zu heftig, als daß eine ein⸗ zige Thraͤne hervorgebrochen waͤre, und uber ihre bleichen Lippen kam kein Wort. Lange ſaß ſie ſo in furchtbarem Starren, ohne die Augen von der ſchickſalsvollen Schrift zu wenden, wodurch das Maas ihrer Leiden vollſtaͤndig wurde.Alſo, ſprach ſie bei ſich ſelbſt, nachdem ſie wieder Kräfte geſammelt, alſo verbann ich auf immer Gemahl und Kind! Erſt habe ich den ehelichen Altar ent⸗ weiht; als meine Tochter ſich demſelben naht, ſturze ich ihn fuͤr ſie um; und mein Vater ſtarb von der Hand des Verräthers, der mich verfuͤhrt. Geboren mit einem edlen Gemuͤth, mit allen Vorzugen einer glänzenden Erziehung ausgeſtat⸗ tet, was iſt aus mir geworden? Eine ſchuldvolſe Ehofrau, eine vatermoͤrderiſche Tochter, eine un⸗