Teil eines Werkes 
2. Th. (1820)
Entstehung
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eunft beider unterrichtet, dem ſie dieſelbe als gemeinſchaftlich verabredet vorgeſtellt, ſah in der jungen Gräfin eine heuchleriſche Spröde, die ins Verderben rannte, und gelobte, ſie fuͤr ewig aus ſeinem Andenken zu reißen.

An einem Juniustage, da eben das Volk zur Feyer des Frohnleichnamsfeſtes zuſammen⸗ ſtrömte, hatte Frau von Montbrun Kaliſten ein⸗ geladen, allein bei ihr in ihrem Hauſe zu fruͤh⸗ ſtuͤcken, das an der Univerſitätsſtraße lag. Sie bewohnte hier im dritten Stock ein Quartier, deſ⸗ ſen Ausſicht weite Gärten uͤberſchaute. Die Ge⸗ walt, welche ſie uͤber das beſte Herz ausuͤbte, vermochte daſſelbe ſich uͤber alle Schwierigkeiten wegzuſetzen, die einer ſolchen erwuͤnſchten Zuſam⸗

menkunft entgegentraten. In der Fruͤhe gegen

zehn Uhr, angethan mit einem einfachen, be⸗ ſcheidenen Gewande, das die Pracht ihrer Schoͤn⸗ heit um ſo mehr hervorhob, ging Kaliſte, ohne Wiſſen ihrer Aeltern, von der Straße Richelieu in die Wohnung der Baronin. Bei der Feyer des Feſtes durfte kein Wagen fahren, ein Be⸗ dienter mußte ſie begleiten, auf deſſen Verſchwie⸗