eine Koquette im großen Styl, die der Unmuthzu verbluͤhen zu Allem faͤhig machte, der Jugend und Schoͤnheit verhaßt war, ſie liebkoſte ſie nur, um ſie zu verderben, wollte ſie ſchimen, um ſie zu Grunde zu richten und aus der Welt zu ent⸗ fernen, wo deren Bild ihr laͤſtig fiel. Gleich ei⸗ ner zweiten Leucoſia zog ſie mit lieblicher, locken⸗ der Stimme und Gebehrde die jungen Schoͤnhei⸗ ten an ſich, auf die ihr Blick traf, verfuͤhrte ſie und richtete ſie zu Grunde. So liebkoſt ein fuͤßer, erfriſchender Wind die zarten Bluthen, waͤchſt unvermuthet zum Gewitterſturm, und reißt ſie vom Stamm, und laͤßt ſie zerſtreut am Boden, entblaͤttert und verbleicht.
Zu der urſpruͤnglichen Abneigung der Frau von Montbrun wider Kaliſten kam noch, daß ſie merkte, wie das himmliſche Weſen bei dem Bi⸗ comte Alcid eine geheime Leidenſchaft erregt, den ſie ſelbſt an ihren Siegeswagen zu feſſeln gedachtet Seine Eroberung ſchmeichelte zu ſehr ihrer Eitel⸗ keit, vielleicht ihrem Herzen, um ſie ohne Wider⸗ ſtand aufzugeben, und ſie ſann darauf den Schlag abzuwenden, der ſie bedrohte. Eines Morgens,


