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Wonne des Anblicks riß ihn hin, er druckte hef⸗ tig ſeine gluͤhenden Lippen auf ihren Mund, und in dem Augenblick erwachte Bathilde.
Sie konnte den erfahrnen Frevel nicht be⸗ zweifeln, als der Schuldige ihr zu Fuͤßen ſank und ſeine heiße Liebe ihr bekannte.„Wie! rief ſie voll Empörung und Schrecken, ſo können Sie Ihren Eidſchwur und die heiligen Rechte der Freundſchaft verletzen?“„Was Eidſchwur, was Freundſchaft! rief Eduard, fuͤr den, der Sie anbe⸗ tet, den Sie raſend machen.“„Eduard, beſinnen Sie ſich, denken Sie, daß ich Ihre Schweſter bin, daß mein Mann Ihnen das Leben gerettet hat.“—„Das iſt mein einziger Gram. Glau⸗ ben Sie, daß ich Sie ihm ohnedem ſo ruhig uͤber⸗ laſſen haͤtte. Ich leide tauſendmal ärgere Qual als Tod und Verdammniß, wenn ich Sie in ſei⸗ nem Arm ſehe.“—„So muͤſſen Sie fort, ſo muͤſſen Sie von hinnen!“„Ich kann nicht! Ihr Anblick iſt meinem Daſeyn ſo nothwendig, als die Lebensluft.“„Und wenn mein Mann Ihre Lei⸗ denſchaft nun merkt?“„Da dammert dem verlor— nen Herzen der Hoffnungsſtrahl!— Ich kann
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