Teil eines Werkes 
1. Th. (1820)
Entstehung
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Frau Delormond beſuchten mit Eugen den Beſi tzer eines benachbarten Schloſſes in der Gegend von Eyanville, Bathilde hatte, von einem lan⸗ gen Morgenſpaziergang ermuͤdet, ſie zu begleiten

abgelehnt. Sie begab ſich in ihr Gemach, ſetzte

ſich auf den Sopha, ſpielte ein wenig die Laute, nahm dann ein Geſchichtsbuch, und ſchlief uber den Schlachten von Marathon und Salamis, un⸗ ter Miltiades und Themiſtokles Lorbeeren ein. Eduard, der in wichtigen Geſchaͤften mehrere Tage ſchon in Paris abweſend war, kehrte eben damals zuruͤck, und vernahm, daß Niemand zu Hauſe ſei, als Frau Surville. Er ging nach ihrem Zimmer, die Thuͤr ſtand auf, das junge Weib lag ſchlummernd, den Kopf auf das Kiſſen geſtutzt, mit ſoviel Liebreiz, mit dem Ausdruck eines ſo zaͤrtlichen Gefuͤhls, daß Eduard hinter den So⸗ pha tritt und voll Entzuͤcken das himmliſche Ge⸗ ſicht betrachtet, in dem die Keuſchheit nur ein hoͤ⸗ herer Reiz der Wolluſt ſchien. Ein ſeliges Laͤ⸗ cheln ſchwebte auf ihren Lippen, deren unmerk⸗ liche Bewegung ein ſuͤßes Geheimniß leiſe auszu⸗ ſprechen ſchien. Eduard trat noch naͤher; die