——
ihr, wie gewoͤhnlich, den Fuß hin, daß ſie ſeine
Schuhſchleifen binden ſollte. Er freute ſich ſchon,
ſie wieder vor ſich knien und ihre Verwegenheit vom vorigen Abend einigermaßen abbuͤßen zu ſehn; aber zu ſeinem maͤchtigen Erſtaunen, ſah ſie ihn ernſt und wuͤrdevoll an, klingelte den Kammer⸗ diener, und ſagte im Hinausgehn:„Binden Sie Ihrem Herrn die Schuhſchleifen und vergeſſen
Sie das von nun an nie wieder.“ Nach dieſer beſtimmt wiederholten Weige⸗
rung konnte Dapremont nicht zweifeln, daß ſeine Frau beſchloſſen haͤtte, der Sklaverei, worin er ſie hielt, ein Ende zu machen. Verglich er dann ihr letztes entſchloſſenes Ablehnen mit der zaͤrtli⸗ chen Sorgfalt, die ſie ihm am Morgen bewieſen, womit ſie ſo eifrig ſein Leiden gelindert: ſo er⸗ kannte er wohl, daß ſie immer ſo bereit ſeyn woll⸗ te, die Pflichten einer zärtlichen und aufmerkſa⸗ men Gattin zu erfullen, als ſie entſchloſſen wäre, ihre Wuͤrde zu behaupten. Er verfiel uͤber dieſe Betrachtungen in tiefes Sinnen. Den ganzen Tag uͤber vermied er Helenens Gegenwart, ſpeiſte in der Nachbarſchaft, kam am Ahend einſilbig


