Teil eines Werkes 
1. Th. (1820)
Entstehung
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jungen Frauen, welche die Ehe als ein Mittel betrachten ſich der aͤlterlichen Obwaltung zu ent⸗ ziehn und in die Welt zu ſtuͤrzen: bevor ſie das Buͤndniß der Ehe ſchloß, hatte ſie uͤberlegt, was ſeine Feſſeln erleichtern, oder druͤckender machen koͤnne, und ſich einen Plan gebildet, aus dem ihr Gluͤck hervorgehen ſollte und das Gluͤck des liebenswuͤrdigen Mannes, mit dem ſie ihr Schick⸗ ſal verband.

Seit vierzehn Tagen waren ſie nunmehr ver⸗ heurathet, und es kam an der Zeit, daß ſie ihre Hochzeitsbeſuche abſtatten ſollten; ein alter Brauch, dem Hochmuth und Reichthum ein Vorwand ihr glänzendes Antheil darzuweiſen, der neidiſchen Mittelmaͤßigkeit ſtrenge Kritik auszuuͤben, der ehrſamen, duldſamen und begnügten Behaͤbigkeit das Innere der Hausweſen zu beobachten und das gluͤcklichſte zum Vorbild zu waͤhlen. Dies war der Zweck der jungen Meneval.

Da ſie und ihr Gemahl zahlreichen Familien angehoͤrten, mußten ſie alle Viertel von Paris durchſtreifen: ſie wußte, daß ſie vom Glucke mehr und minder beguͤnſtigten Perſonen ſich darzuſtellen