Druckschrift 
Treue Liebe unter den Schrecknissen der französischen Revolution / aus d. Franz.
Entstehung
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ſehen nur einen Winkel vom Gemaͤlde, und zwar gerade den ſchoönſten.

Ich war eben in Begriff, mein Gefaͤng⸗ niß zu verlaſſen, als man auf einmal ein Gerauſch mit den Schluͤſſeln hoͤrte. Mein Waͤchter war noch niemals um dieſe Stunde auf meinen Gang gekommen. Mein Erſtau⸗ nen und meine Furcht vermehrten ſich, als er mit einer ernſthaften und wilden Miene in mein Gemach trat. Er befahl mir, ihm in das Verhoͤrzimmer zu folgen. Ich gehorchte gleich. Er ließ mich daſelbſt, nachdem er mir geſagt hatte, ich ſollte nur auf den Stock⸗ meiſter warten. Nun ſahe ich auf einmal alles Ungluͤck auf mich und meine ungluͤckli⸗ che Freundin hereinſtuͤrzen. Ich wartete mehr als eine Stunde in einer unbeſchreiblichen Angſt. Endlich kam er und ſagte mit einer brutalen Miene, die dieſe Leute gemeiniglich an ſich haben:Biſt du es? nun ſo zittre, man hat mir deine ſtrafbaren Abſichten ent⸗ deckt. Dieſe Anklage brachte mich ſo aus der Faſſung, daß ich meine Unruhe daruͤber

nicht verbergen konnte. Er wurde dieſelbe

gewahr und da ich auf dieſe Beſchuldigung nichts antwortete, ſo fuͤgte er hinzu:»Dein Stillſchweigen zeigt hinlaͤnglich, daß man mich nicht hintergangen hat; aber ich will