—
—
—
——————
——
—————
— 104—
Der Neffe des Oberbraminen befand ſich eben im Tempel, wo ihn Deli belehrte, wie er der drohenden Beſchimpfung entgehen koͤnnte. Von der Entſcheidung des hundertjaͤhrigen Grei⸗ ſes benachrichtiget, eilte er nun ſtolz auf die Lehren ſo er eben erhielt, nach dem Pallaſte, und trat mit einem heitern, ruhigen Weſen vor die Richter.
„Ihr fragt mich, weiſe Maͤnner, was „zum Beſten des Stammes geleiſtet habe? Ich „frage Euch vielmehr, was ich fuͤr ihn „thun koͤnnen?.
„Kaum hatte ich die Kinderjahre zuruͤck⸗ „gelegt: ſo herrſchte Frieden unter Euch. Haͤtte „ich mich nun in das Schlachtgetuͤmmel ſtuͤr⸗ „zen und die Bande, welche Euch an Eure „Feinde knuͤpfen, durch eine blinde Wuth zer⸗ „reiſſen ſollen?— Habe ich nicht am Tage des „Opfers die aufbrauſende Menge zuruͤck gehal⸗ „ten? War ich es nicht noch geſtern, der den „Itobar gegen den Verwegnen, dem nichts „mehr heilig iſt, ſchuͤtzte?
„Ich wuͤrde Euch ſelbſt, wenn ich nicht „einen Buͤrgerkrieg befuͤrchtete, Beweiſe meines „Muthes gegen jenen ablegen, welcher ſich der
6


