Teil eines Werkes 
[1. Theil] (1812)
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Die Liebe huͤllt ſich nicht ſelten in das Gewand des Mitleids, wirft aber auch, ſobald ſie ſich maͤchtig genug fuͤhlt, die laͤſtige Maſke weit von ſich, tritt in ihrer natuͤrlichen Geſtalt hervor; und ihr ſchelmiſcher Blick, ihr bitteres Laͤcheln, verkuͤnden dann den kuͤhn errungenen Sieg. Der loſe Knabe hatte ſich ſchon mit Milford unter die einſamen Palmbaͤume geſchlichen, hatte Riamir die Verwuͤnſchungen gegen die Göt⸗ ter eingegeben; und ſchmiegte ſich nun, wonne⸗ trunken uͤber die Niederlage des Brama und den Schrecken, welchen er ſeinen Dienern ein⸗ gejagt hatte, an Stellinens Seite.

Seinen Koͤcher legt er zu dem ihrigen, ſchließt ſie liebkoſend in die Arme, und druͤckt der ſchoͤnen Schlaͤferin einen Kuß mit ſeinem kindiſchen Munde auf ihre halbgeſchloſſenen Lip⸗ pen: neigt ſich dann leiſe gegen ſie hin, um die Wirkungen ſeiner Umarmung zu belauſchen.... Schnell verbreitet ſich das Feuer, das er entzuͤn⸗ det hatte: die Wangen, der Buſen und die Stirne Stellinens uͤberzogen ſich mit dem leb⸗ hafteſten Inkarnat.... Ein leiſer Schauer durchbebte ihr ganzes Weſen.... und ein un⸗ willkuͤhrlicher Seufzer entflieht ihr.