Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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150 ſchätzen vermochte?— So ſehr mein Vater uns auch zuredete, es war nicht möglich, ſich mit ſehendem Auge ſein eigenes Elend zu bereiten. Er hatte daher den Kum⸗ mer, ſeine ſechs Töchter unverheirathet zu ſehen.“

„In Deutſchland finden Sie Ihre Glaubensgenoſſen aber auf einer ſo hohen Stufe der Cultur, daß Ihnen in dem Bezug kein Wunſch übrig bliebe. Warum führt Ihr Herr Vater Sie nicht dahin?“

„Nennen Sie die Israeliten dort nicht Glaubensge⸗ noſſen“, verſetzte ſie lächelnd;„ſie ſind es nicht. Sie glauben an nichts. Der deutſche Rationalismus hat ſie ebenſo ſehr angeſteckt, wie uns das Formvolle des engli⸗ ſchen Gottesdienſtes. Sie ſind aufgeklärt— wie man es ausdrückt; und ſind es doch nicht. Der Jude bleibt Jude, wie oft er ſich auch taufen laſſe; das ſehen wir an D'Israeli. Iſt der nicht durch und durch Jude und war doch ſchon als Chriſt geboren?— Sein Aeußeres nicht

einmal zu rechnen, ſehen Sie ſeine Ringe, ſeine Ketten,

ſeine Eitelkeit, ſeine ſelbſtgefällige Miene— dieſe tiefge⸗ wurzelten Züge des jüdiſchen Charakters haben ihn auch als Staatsmann nicht verlaſſen. Wir erkennen ihn darin, und Punch ſpottet ſeiner.“

„Wie kommen Sie aber zu dieſer Einſicht in die Feh⸗

ler Ihres Volkes, Fräulein Levin?— Man ſieht ſelten ſein eigenes Geſchlecht mit unparteiſchem Auge an.“ „Das iſt meine Mutter.— Die Natur hat wol ſelten ein Weſen mit ſo geſunden Sinnen ausgeſtattet wie ſie. Es ſcheint ihr Alles ſogleich in ſeiner richtigen Form.

und ſtant ſind heif hat 6h gle liſc dar wie

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