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Angſt verlebte. Bittend wandte ſie ſich an ihre Umgebung, flehte die Gensd'armes an, Rückſicht auf ſie zu nehmen, zu bedenken, daß ſie ſich Mutter fühle, daß ein Sturz des Wagens ihr verderblich ſein könne; doch nur Verachtung und Drohung antworteten ihr.
Auf dem Place de Gröve angekommen, wuchs die Gefahr. Unter einem Dache von Piken verließ ſie ihren Wagen und ging dem Hotel de Ville zu. Als ſie den Sitzungsſaal erreichte, fiel eine Laſt von ihrer Bruſt. Sie war der wüthenden Menge entronnen und ſtand dafür einem Robespierre gegenüber. Der Saal war gefüllt mit Menſchen; Männer, Weiber, Kinder ſchrien: Vive la nation.— Frau von Stasl bewunderte dieſe Stimmen jetzt nicht mehr. Man bot ihr einen Sitz an; ſie nahm ihn an und ſuchte ſich zu ſammeln. Da fiel ihr Auge auf den Geſandten von Parma, hier angehalten wie ſie, und indem ſie ihn erkannte, erhob er ſich und erklärte: er kenne dieſe Frau nicht und ihre Sache gehe ihn nichts an. Gereizt durch dieſe erbärmliche Feigheit, ſtand ſie auf, um ihre Sache ſelbſt zu führen. Da kam zum Glücke Manuel. Erſtaunt, ſie in ſolcher Lage zu trefſen, trat er vor, und leiſtete Bürgſchaft für ſie; dann brachte er ſie in ſein Cabinet und ſchloß ſie dort mit ihrer Kammerjungfer ein.
Sechs lange Stunden ließ er ſie hier. Indeſſen ſchauete ſie auf den Place de Grove hinab, wo die Mörder
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