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begreifen, daß der warme Antheil einer Frau auch einer ernſten Sache gelten kann, und ihre Eitelkeit iſt ſtets geneigt, die erregte Empfindung auf ſich ſelbſt zu über⸗ tragen.
Zede bedeutende Frau muß ſolche Erfahrung machen, wie alſo konnte ſie Frau von Stasl erſpart werden?— Sie hatte Mathien de Montmoreney geliebt, wie ſie nie wieder lieben konnte. Eine ſolche Jugendneigung läßt in der Seele Spuren zurück, die nie verlöſchen.— Sie fühlte für ihn eine gewiſſe zärtliche Anhänglichkeit, die ſich durch die zarteſte Rückſicht ausſprach, und ſein edler Charakter geſtattete es ihr, dieſe Neigung zu einem Freundſchaftsver⸗ hältniß umzugeſtalten, das nur mit ihrem Tode enden ſollte.—
Der geiſtreiche, ſchöne Narbonne war ihr auf andere Art werth geworden. Sie hatte in ihm den für alles Große und Schöne empfänglichen Sinn erkannt, und es war ihr ein Genuß, auf den Saiten dieſer hoch geſtimmten Seele nach Gefallen ſpielen zu können. Einen ſolchen Charakter zu beherrſchen war ein Vergnügen; einen ſolchen Mann zu leiten befriedigte ſowohl die Eitelkeit, wie den Stolz.— Da es ihm wiederum Bedürfniß war, ſich Jemand anzu⸗ ſchließen, der ſich die Mühe gab, ihn von der Richtigkeit ſeiner Anſichten zu überzeugen, ſo wurde Frau von Stasl ihm ein täglich wertherer Umgang.
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