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Viel zu ſchnell für ihre Wünſche war die kurze Strecke Weges zurückgelegt und das Landhaus erreicht, wo Ma⸗ daue Necker ſie erwartete. Die Abendmahlzeit ſtand ſchon bereit, man ſetzte ſich an den Tiſch, und mit einem Tone, welcher eine zurückgehaltene Verſtimmung verrieth, fragte Madane Necker, wie es komme, daß Germaine ſo aufge⸗ regt ſei?
„Ich habe einen ſehr glücklichen Nachmittag verlebt,“ erwiederte das Mädchen, ließ dann Meſſer und Gabel ſinken, und brach in einen Thränenſtrom aus. Die plötz⸗ liche Rückkehr ihrer Gedanken zu Herrn von Narbonne hatte dieſe ſchmerzliche Empfindung hervorgerufen; denn wie fern war er ihr in dieſem Augenblicke ſchon, hatte Paris erreicht, Freunde aufgeſucht und gedachte des Be⸗ gegnens mit ihr nicht mehr, die ſie Alles darum gegeben hätte, ihn wiederzuſehen. Sie fühlte ſich mit einem Male ſo einſam, ſo verlaſſen.— Erſtaunt ſah ihre Mutter ſie an. Dieſer Blick verwirrte das Mädchen vollends. Zum erſten Male durfte ſie nicht ausſprechen, was in ihr vor⸗ ging, und bei der Offenheit ihres Weſens litt ihre Natur bei dieſem Zwange einer Verheimlichung, welche die Meinung Anderer, nicht ihr eigener Wunſch, ihr abgewann. Auf das Höchſte gepeinigt, ſprang ſie auf und eilte aus dem Zimmer.
Madame Necker ſeufzte.„Welch' ein unverſtändiges Betragen!“ rief ſie aus.


