Teil eines Werkes 
3. Bd. (1859)
Entstehung
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auch jetzt in ihm; trotz ihrer immer mehr auseinander gehenden politiſchen Anſichten, litt dies Gefühl kein Wan⸗ ken und Jeder ließ den Andern ungeſtört die Bahn wan⸗ deln, welche die eigene Geſinnung bedingte. Montmorench zog nach Gent zu Karl X., um der Ueberbringer der Auf⸗ träge der Royaliſten zu ſein; Frau von Staöl aber nährte ihre alten Grundſätze einer politiſchen Freiheit und wirkte zu deren Realiſirung mit unermüdetem Eifer fort.

Madame Récamier war, ſeit ihrem Exil, auf einer Reiſe begriffen geweſen, von der ſie noch nicht zurückgekehrt. Frau von Staöl ſchrieb an ſie:

Paris, 20. Mai 1814.

Ich ſchäme mich, ohne Sie in Paris zu ſein, theurer Engel meines Lebens: theilen Sie mir Ihre Vorſätze mit. Wollen Sie, daß ich Ihnen bis Coppet entgegen gehe, wo ich vier Monate zu verbringen gedenke? Nach ſo vielem Leid beruht meine ſüßeſte Hoffnung darauf.

Narbonne allein ſollte ſie von allen ihren nächſten Freunden vermiſſen. Seit längerer Zeit ſchon in die Dienſte Napoleon's getreten, war er Gouverneur von Raab geworden, und in Torgau 1813 am Typhus geſtorben.

Die Reſtauration machte indeſſen bedeutende Fort⸗

ſchritte und Frau von Stasl träumte aufs Neue von einem conſtitutionellen Königthume. Trotz ihrer wankenden Geſundheit gab ſie ſich mit ganzem Eifer dieſen Hoffnun⸗

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