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kennt unſern Rouſſeau dort noch wenig, das Capitel der Menſchenrechte iſt jenen Träumern noch ein unerſchloſſe⸗ nes Buch. Meine Trauer wird Ihnen daher unverſtänd⸗ lich ſein. Für mich giebt es keine Hoffnungen auf Glück, welche nicht mit der Freiheit Frankreichs, mit einer conſti⸗ tutionellen Verfaſſung, mit der Anerkennung des droit de l'homme verknüpft wären. Die Sturmglocken von Paris haben jetzt allen meinen Wünſchen das Grablied geſungen.“
Sie ging nach dieſen Worten aufgeregt einige Male im Zimmer auf und ab.
Conſtant folgte ihr während deſſen mit ſeinen klaren
Augen und ſuchte das wunderbare Weſen dieſer Frau zu
faſſen.
„Wir haben den Begebenheiten in Frankreich nicht gleichgültig zugeſehen,“ nahm er endlich das Wort.„Ich ſelbſt nehme den größten Antheil an Allem, was dort vor⸗ geht; denn ich betrachte es wie mein eigentliches Vaterland, ich bin meiner innerſten Geſinnung nach Franzoſe. Und ich ſage auch heute noch: Gottlob! daß ich es bin. Die kleinen deutſchen Staaten konnten mich nicht für ſich gewinnen, — denn ich fand dort Alles klein und eng zugeſchnitten. Um groß zu empfinden, muß man einem großen Volke an⸗ gehören und der Menſchheit gegenüber eine Rolle ſpielen.“
„Und das können Sie nur in Frankreich,“ ſagte ſie,
—
vor ihm ſtehen bleibend, und ihn mit ihrem ſtrahlenden


