ihn die Nichte des Fürſten und da ſeine Neigung Erwie⸗ derung fand, ſo bauete er kühn auf die Zukunft und ver⸗ lobte ſich heimlich mit der ſchönen, in glänzenden Verhält⸗ niſſen lebenden jungen Dame, ohne zu bedenken, wie ſchwer es ihm fallen würde, ein ſolches Verſprechen zu löſen.
Sie ahnte nicht, welche Feſſeln er ſchon trug und hoffte auf ſeinen und ihren guten Stern.
Nicht ſo bald hatte Conſtant de Rebecque den heimi⸗ ſchen Boden betreten, als ihm von allen Seiten der Name des berühmten Necker und ſeiner nicht minder berühmten Tochter genannt wurde, und der natürliche Wunſch in dem hochſtrebenden jungen Manne erregt ward, dieſen ausge⸗ zeichneten Perſonen bekannt zu werden. Durch Madame Necker de Sauſſure, die Couſine der Frau von Stasl, ver⸗ ſchaffte er ſich bald eine ſolche Einführung. Erwartungs⸗ voll wanderte er an einem ſchönen Septembermorgen, ſeinen Empfehlungsbrief in der Taſche, die Straße nach Coppet zu.
Necker befand ſich um dieſe Stunde in ſeinem Arbeits⸗ zimmer, wo er den ganzen Tag leſend und ſchreibend zubrachte, und wollte nicht geſtört ſein. Als Frau von Staöl der Beſuch gemeldet wurde, ſtand ſie eben traurig am Fenſter, und ſchaute in die Ferne hinaus, ohne daß ihr Auge dort etwas ſah. Ihre Sehnſucht allein leitete ihren Blick in das Weite.


