Teil eines Werkes 
1. Bd. (1859)
Entstehung
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es leſe Jeder, was darin geſchrieben, und frei geſtehe ich mein Lieben und mein Haſſen.

So vortrefflich dieſe Grundſätze ſind, Fräulein Necker, ſo ſchwer laſſen ſie ſich im Verkehr mit dem Leben durchführen, erwiederte Madame de Genlis lächelnd. Die Geſellſchaft zwingt uns, von dieſer ſchönen Wahrheit abzuweichen, wir müſſen in gewiſſem Sinne falſch ſein in der Welt, um zu reuſſiren. Sie, als Fremde, haben es freilich in dem Bezug leichter, als wir Abkömmlinge eines alten Namens. Die Convenienz darf an Ihnen nicht jene Tyrannei üben, welche ſie an uns ſo ſtreng geltend macht. Die Vorrechte unſeres Standes müſſen mit einigen Opfern erkauft werden, und ich begreife wohl, wie frei Sie ſich uns gegenüber fühlen, von jeder Verpflichtung der Art ent⸗ bunden zu ſein.

Um Gottes willen, nein, Madame, rief Germaine Necker außer ſich,ich bin mit meinem ganzen Herzen ein Kind dieſes Bodens und kann es nicht ertragen, von Ihnen für hors du lois erklärt zu werden. Kein Ort der Welt würde mir Paris erſetzen, la rue du Bac iſt mir ein irdiſches Paradies. Bei uns allein iſt dieſe Intelligenz, dieſer Eſprit in der Unterhaltung zu finden, den ſonſt kein Volk der Erde hat. Was auf dem Felde der Wiſſenſchaft Neues entdeckt wird, nimmt ſeinen Weg hierher, bei uns muß es die Feuerprobe beſtehen, bevor es die Menſchheit

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