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genommen, worunter ein Bild:„Der Held des Deſicit“ benannt, ihren Vater darſtellte, wie er die Thüre des Mi⸗ niſteriums öffnen wollte, der Graf von Artois ihm aber den Weg vertritt, mit den Worten: kein conte bleu mehr. — Sie riß dies Blatt in tauſend Stücke, trat es unter die Füße, und warf die Fetzen ſchließlich zum Fenſter hinaus. Als hiermit ihr Zorn immer noch nicht gekühlt war, ſetzte ſie ſich auf die Erde und brach in lautes Weinen aus.— Fräulein Huber hörte ihr Schluchzen und eilte herbei, um ſie zu tröſten. Aber vergeblich verſuchte ſie ihren Zuſpruch!
Ungerechtigkeit wird der Jugend am ſchwerſten zu ertragen und die ganze Natur des jungen Mädchens em⸗ pörte ſich gegen dieſe ihrem Vater ſo unverdient zubereitete Schmach.— Sie konnte den Gedanken nicht ertragen, daß man ihm auf dieſe Weiſe Gutes mit Böſem vergelte und da ſie es noch nicht gelernt hatte, einen Schmerz in ſich zu verſchließen, ſo tobte ſie ihn körperlich aus.
Erſchöpft von dieſer großen Gemüthsbewegung war ſie endlich in einen Schlummer verfallen, den ihre Freundin Sorge trug nicht zu unterbrechen; als das Rollen eines Wagens, der Lärm von Stimmen, das Auf⸗ und Zumachen der Thüren, ſie erweckte. Sie horchte einen Augenblick aufmerkſam; dann ſprang ſie auf und eilte hinunter.
Als ſie über den Flur ging, kam Marmontel eben athemlos an.


