Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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zu leihen, noch kennen wir die Tragweite oft geringfügig

ſcheinender Begebenheiten; denn die davon in unſerer Seele zurückgelaſſenen Bilder ſind uns nicht ſichtbar.

Maria Antonia, bei ihrer Tochter in Zweibrücken angelangt, beſchäftigte ſich jetzt mit ernſten Gedanken; ſie wollte ihr Haus beſtellen, wollte ihre Angelegenheiten ordnen, wollte ihren Nachlaß an ihre Kinder vertheilen. Dieſer Nachlaß aber koſtete ihr ſchwere Seufzer.

Ihre Diamanten waren in Rom verpfändet, ihre übrigen Schulden beliefen ſich auf 700.000 Thaler; welch' ein Erbtheil für ihre Söhne und Töchter!

Sie zählte erſt fünfzig Jahre, das war kein Alter, um dem Tode in das Angeſicht ſchauen zu wollen, und dennoch trieb ſie ein inneres Etwas zur Eile. Ob es das Ende Schröpfer's war, was ihr dieſe Haſt einflößte, wer vermag es zu beſtimmen?

Die kleine Hofhaltung zu Zweibrücken gewährte ihr Muße zum Nachſinnen. Sie ging jetzt mit Ernſt in ſich und ſchloß mit ſich ab. Ihre letzten Jahre ſollten nur der Pflicht gewidmet ſein, die Zukunft ihrer Kinder feſt⸗ zuſtellen, deren Schickſal, leider! ſo ferne dem lag, was ſie für ſie erzielt. Sie liebte ſie alle gleich und ſah den Aelteſten ſo ganz bevorzugt. Hier auszugleichen war ihr einziger Wunſch.

Sie hatte auf den bairiſchen Allodial⸗Erbnachlaß