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ſo langen Zeitraumes danach gerungen, ſein Vertrauen zu gewinnen, und, wie ſie glaubte, es auch endlich gewon⸗ nen hatte. Und nun— ſprach er mit ihr nur von neuen Opern und nie mehr von Staatsgeſchäften. Der alte Leichtſinn herrſchte wieder am Hofe Auguſt's III.„Payez, payez! Pel'argent pour le roi de Pologne!“ rief man im Lande aus, und nahm ohne Barmherzigkeit den Groſchen der Witwe, womit ſie das Stück Brod für ihr hungerndes Kind hatte kaufen wollen.
Wie konnte ſie dieſem Unweſen ſteuern? Wie dem Könige die Augen öffnen über dieſe Grauſamkeit, an der er keinen Theil hatte?
Glänzende Feſte fanden heute wieder einmal ſtatt. Das befördere den Handel und hebe den Verkehr, ſagten die Prinzen, weil Brühl es ſo geſagt. Maria Antonia aber konnte ſich durch ſolche Worte nicht täuſchen laſſen, ſie hatte die politiſche Oeconomie mit Ernſt ſtudirt, um einſt durch dieſe Kenntniß ihrem Lande zu nützen, und ſie wußte ganz wohl, daß das Geld zu dieſen Feſten aus der Taſche des armen Landbewohners gezogen wurde, und daß die reichen Theilnehmer dieſer Freuden frei dabei ausgingen. Gleiche Abgaben, gleiche Rechte, rief es in ihr.
Zwei natürliche Söhne Auguſt des Starken lebten noch an dieſem Hofe, mit Ehrenämtern und Gütern reich 1860. XI. Maria Antonia. III. 2


