Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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noch nie einem Künſtler gelungen, und hier vereinigte ſich damit noch eine geniale Auffaſſung und das einſichts⸗ vollſte Erfaſſen des Schönen innerhalb der vorgeſchrie⸗ benen Grenzen.

Jeder wollte von ihm gemalt ſein, Jeder ein Bild von ihm beſitzen und vor Allem noch wollte Jeder ihn ſehen. Das raubte ihm ſeine Zeit, die ihm ſo werth war, und den vielen Anforderungen zu genügen, wurde eine Unmöglichkeit.

Sein erſtes Geſchäft blieb, ein Bild von König Au⸗ guſt zu malen; denn ſeinem Wohlthäter Ehre und Freude zu machen, hielt er für ſeine größte Pflicht und für ſein ſchönſtes Vergnügen. Er kannte deſſen Züge ſchon, er hatte ſie ſo genau im Gedächtniſſe, daß er ihn ohne Sitzung hätte zeichnen können; denn unvergeßlich hatte ſich ſeiner Erinnerung jene Stunde eingeprägt, wo er zu⸗ erſt an den Hof gerufen, deſſen prächtige Geſtalt erblickte und ein Paſtellbild von ihm anfertigte, das der Grund⸗ ſtein ſeines Glückes wurde.

Dankbar ſchaute er zum Himmel empor, wenn er gedachte, wie glücklich ſich ſein Leben geſtaltet.

Aber, während es ihm wohl ging, vergaß er nie Denen Troſt zu bieten, die das Schickſal zu prüfen für gut fand. So war ihm denn der arme Chiaveri nicht aus dem Sinne gekommen, und ſo oft er auf das Schloß