Teil eines Werkes 
2. Bd. (1860)
Entstehung
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kannte ſie ſchon von Rom her, und er redete ihre Spra⸗

che. Auch beruhigte es ſie, daß er in dieſem kalten Lande zu leben vermöge, darum mußte es alſo doch nicht für Alle ſo ſchlimm hier ſein.

Der alte Mengs führte noch immer ein ſcharfes Regiment in ſeinem Hauſe. Kinder blieben in ſeinen Au⸗ gen Kinder. Wozu hatte er ſie erzogen, wenn er nun nicht Herr ihrer Exiſtenz ſein ſollte? So nahm er denn ein, was ſie verdienten, und zählte ihnen ſparſam ihre Bedürfniſſe zu, während Margareta nach ſeiner Anwei⸗ ſung den Haushalt beſorgte.

Der jungen Frau konnte dieſe Anordnung nicht ge⸗ fallen. Ihr Schwiegervater ſagte ihr freilich täglich vor, wie bequem ſie es habe; aber ſie ſchätzte darum dieſe Be⸗ quemlichkeit nicht mehr. Sie wollte Herrin ſein, ſtatt zu gehorchen.

Die ganze Stadt war bald davon voll, wie ſchön ſie ſei und wie herrlich der junge Mengs jetzt male. Die heilige Familie, womit er den König beſchenkt, fand deſſen ungetheilten Beifall, und die ſchöne Margareta Guazzi, als Mutter Gottes, wurde nun auch im Bilde bewundert.

Auch die junge Churprinzeſſin freute ſich der An⸗ kunft des Künſtlers, dem ſie gleichfalls die lebhafteſte Theilnahme ſchenkte. Bei ſo großer Jugend ſchon eine ſo fertige techniſche Ausbildung zu erlangen, war vielleicht