um ſich an dieſer Kirche zu verewigen. Da iſt er bei dem Bau denn immer nur ſeinem eigenen Kopſe gefolgt, und hat die Andern fühlen laſſen, daß er ihren Rath verachte. Das haben ſie nun an ihm gerächt, indem ſie das Gerücht ausgeſprengt, das Gewölbe in der Mitte des großen Eingangs müſſe unfehlbar einſtürzen.— Die Bewohner der Stadt erwarten nun jede Nacht, daß dieſes ſchreckliche Ereigniß ſtattfinde, ohne mehr Grund dazu zu haben, wie man einſt in Rom hatte, die Kuppel des Sanct Peter herabfallen zu laſſen. Dort iſt man ſeiner grundloſen Furcht endlich ledig geworden, und das Gebäude ſteht feſt, wie der Bau der Welt; wie hier die Sache enden wird, das weiß der Himmel! Nur dauert mich Chiaveri, der nicht mehr jung iſt und darüber hinſterben kann, ja, ſchon aus Aerger darüber geſtorben ſein würde, wenn Gott ihm nicht eine ſo vortreffliche Geſundheit verliehen.“
„Aber iſt denn Niemand da, um dem Könige die Sache in ihrem rechten Lichte vorzuſtellen?“ fragte Ra⸗ phael mitleidig.
„Niemand!“ entgegnete Annibali kopfſchüttelnd.„Kö⸗ nig Auguſt wollte anfangs ſelbſt der Sache auf den Grund forſchen; aber die Bitten und Thränen von Gemahlin und Kindern hielten ihn faſt mit Gewalt davon zurück, das Gerüſt zu beſteigen. Vergebens bot der unglückliche Baumeiſter ſeinen Kopf zum Pfande für die Sicherheit;


