„In der That?“ rief König Auguſt vergnügt em⸗ porfahrend.„Mein kleiner Raphael iſt da?— Seit wann?— Und wo iſt er? Wo befindet er ſich? Warum eilt er nicht zu mir?— Was hat er mir mitgebracht?— Sagen Sie, Guerini, hat er ein ſchönes Bild für mich angefertigt?“
Der Pater konnte ſo vielen Fragen nicht auf ein⸗ mal begegnen, in ſeiner bedächtigen Weiſe erwiderte er daher:
„Vor einer Stunde iſt er angelangt und in dem für ihn beſtimmten Quartiere abgeſtiegen; dann aber ohne Verzug zu Annibali gelaufen, den er zärtlich liebt, wie Sie wiſſen, weil er ihm ſein ganzes Glück verdankt.“
„Der gute Junge! Er hat ein Herz wie Gold. Ich freue mich wahrlich auf ihn, als wäre er mein Sohn. Iſt er noch gewachſen? Wie ſieht er aus?“
„Prächtig!“ ſagte der Pater begeiſtert.„ Stolz und hoch trägt er ſein Haupt, die großen offenen Augen ſchauen hell in die Welt hinaus, und dabei hat er ein Herz ein Herz!“ Guerini mußte hier einhalten, um ſich zu faſſen.„Daß Sie es nur wiſſen, Majeſtät, in ſeiner Frende iſt er mir an den Hals geſprungen und hat geweint wie ein Kind.“
„Tauſend!“ rief König Auguſt gleichfalls bewegt.


