von Baiern ab, und wurde hier feſtlich und herzlich be⸗ willkommt.
Der eigentliche Zweck ihrer Reiſe beſchäftigte ſie hierauf nun freilich zuerſt, der frommen Pflicht mußte Genüge gethan werden, und gerne widmete ſie ſich die⸗ ſer Aufgabe. Dann aber blieben ihr auch Stunden, wo ſie die Kirchen und Klöſter beſuchen, den Hradſchin be⸗ ſteigen und die Umgebung in Augenſchein nehmen konnte.
In Prag gab es des Sehenswürdigen ſo viel. Pa⸗ laſt reihte ſich hier an Palaſt, aus den Zeiten, wo ein Wallenſtein hier gehauſt, war ſo manches übrig geblie⸗ ben; Böhmen, Czechen, Deutſche hatten hier nacheinan⸗ der ſo vielen Glanz verbreitet, ſo vieles Schöne nach⸗ gelaſſen. Die alte Brücke mit ihren Statuen, die engen Straßen des Judenviertels, das Alles wollte beſehen ſein. Die Sternwarte, berühmt durch einen Ticho Brahe und Johannes Kepler, gehörte ebenfalls unter die Merk⸗ würdigkeiten für ſie. Wie viele Inſtrumente zeigte man ihr hier nicht, um das Weltall damit zu meſſen, die Sterne zu erſpähen und ihren Lauf zu beſtimmen! Wie groß, reich und neu erſchloß ſich hier für ſie die unermeß⸗ liche Weite des Himmels, die auch der kühnſte Gedanke nicht zu durchdringen vermag.— Hier wurde gerechnet, gezählt, hier wurde Welt an Welt gereiht, bis aus dem Durcheinander ein wundervolles Ineinander ward, das


