*) Weber, Maria Antonia.
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Auch Maria Antonia beſaß einen ſolchen Berather. Als ihre Mutter, die Kaiſerin, von einem Falle hergeſtellt worden, ſchrieb ſie es der Vermittlung des heiligen Ne⸗ pomuck zu, und gelobte aus Dankbarkeit eine Wallfahrt nach ſeinem Grabe zu unternehmen.
Sie hatte jetzt ſelbſt an manchen kleinen Uebeln gelitten, von denen die Kunſt der Aerzte ihrer Zeit ſie nicht zu befreien vermochte. Man quälte ſie mit Aderlaß, reichte ihr allerlei bitteres Getränk, um ihr Blut damit zu kühlen, und ſchrieb ihr eine magere Koſt vor. Sachſen war vielleicht damals ſchon wegen ſeiner Küche ſo wenig berühmt, wie es heute iſt. So wurde ihr denn eine Köchin aus Baiern nachgeſandt*), um ihr die von Kindheit angewöhnten Speiſen zu bereiten.— Sie ſollte ſich von dem Laſter der Gourmandiſe heilen, und ſie nahm ſich ernſtlich vor, immer daran zu denken, wie unwürdig es eines Menſchen ſei, das Eſſen zu ſeinem Genuße zu machen.
Arme junge Frau!
Indem ſie ihrem geſunden Appetite nachgab, beging ſie wahrlich keine Sünde, gehorchte ſie nur einem Gebote der Natur, und daß ihr die Speiſen nicht bekamen, lag


