Teil eines Werkes 
1. Bd. (1860)
Entstehung
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ſeine Bruſt.

Es mag ſein, daß Du Recht hatteſt, ſagte er dann nachdenklich;dennoch ſchmerzt es mich, daß Du heimlich, ohne mein Wiſſen gehandelt, und ſoll ich Dir verzeihen, ſo mußt Du mir vorher verſprechen, nie wie⸗ der einen Gedanken oder einen Wunſch vor mir zu ver⸗ bergen; dagegen ſage ich Dir zu, daß, wo es ſein muß, ich lieber Andere mit Dir gemeinſam täuſchen werde, als daß ich ſelbſt der Hintergangene ſein mag. Willſt Du das eingehen? Willſt Du mir zuſagen, nie wieder einen Schritt ohne mein Wiſſen zu thun, ſobald ich Dir da⸗ gegen die Gewähr leiſte, Dir nie ein Hinderniß in den Weg zu legen? Thue was Du willſt, und was Du vor Gott und Deinem Gewiſſen verantworten kannſt; ich halte Dich nicht davon ab, nur laß mich Dein Vertrau⸗ ter ſein. Du haſt ja Verſtand genug, um einzuſehen, was Dir ſchaden kann, und wirſt Dich ſelbſt lieb genug ha⸗ ben, Dein eigenes Beſte zu wollen; handle daher nach freier Willkür die Folgen ſind ja für Dich da. Mir gegenüber biſt Du frei, völlig frei!

Die junge Fürſtin warf ſich gerührt an ſeine Bruſt.Edelſter, beſter aller Männer! rief ſie aus; wie kann ich Dir danken für ſo viel Güte, ſo viel Großmuth, als indem ich ſie nie mißbrauche! In die⸗

Sie ſah ihn demüthig bittend an. Er zog ſie an