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Trennung immer ein freudiges Ereigniß, das man nicht froh genug begehen zu können meinte.
Der Churfürſt von Sachſen hatte, als König von
Polen, eine bedeutende Stellung unter den europäiſchen Mächten zu gewinnen gewußt und den Glanz ſeines Hauſes erſt kürzlich durch die Verheirathung von zwei Töchtern, die Königin von Neapel und die Dauphine von Frankreich erhöht. Dieſe neuen Verbindungen ſtei⸗ gerten nun noch den Werth einer Allianz mit der ſächſi⸗ ſchen Fürſtenfamilie.
So viel Glanz die Hofhaltung in München auch aufwandte, ſo groß der Lurus der Feſte, ſo bedeutend die dort aufgehäuften Kunſtſchätze auch waren), ſo durfte es noch keinen Vergleich mit der Hauptſtadt des Churfürſten⸗ thums Sachſen begehren. Dresden galt zu jener Zeit für ein kleines Eldorado**), es war im gewiſſen Sinne das Auge Deutſchlands zu nennen. Und dabei war es nicht einmal eine eigentlich deutſche Stadt, dabei war das Ger⸗ manenthum hier faſt gar nicht vertreten. Die an der Elbe blühenden Künſte waren auf einem fremden Boden emporgewachſen, die Lieder, welche man hier ſang, in einer fremden Zunge gedichtet.— Obgleich man hier das
*) Bianconi, Vertraute Briefe. **) Lady Wortley Montague.


