über das ſchönſte Land Germaniens herrſchen, ich werde an einem der glänzendſten Höfe Europas durch Beſchü⸗ tzung der ſchönen Künſte mir einen Namen gewinnen, der mich unſterblich machen wird. Was braucht es mehr zu meinem Glücke?—
Sie hatte eines heiteren Jugendlebens genoſſen, und blickte darum auch heiter in die Zukunft. Am Hofe ihres Vaters, des Churfürſten Karl Albrecht und ſpäteren deut⸗ ſchen Kaiſers Karl VII., fehlte es nicht an Luſtbarkeiten. Dem Beiſpiele Ludwig's XIV. folgend— dieſem Verder⸗ ber aller Höfe Europas, ſuchte er nur ſeiner Regierung Glanz zu verleihen, die Künſte in ſeinen Sold zu ziehen, ohne zu überlegen, ob ein kleines und nicht reiches Land die Mittel dazu auch erſchwingen könne. Was Rom unter Auguſtus, was Frankreich unter Ludwig XIW war, ſollte Baiern unter Karl Albrecht ſein, und dieſe Aera ſeines Glanzes hatte die Jugend Maria Antonia's umgeben, dieſe Huldigung der ſchönen Künſte ihre Wiege umſtan⸗ den; ſo vorgebildet, ſollte ſie jetzt Dresden betreten, das unter Auguſt dem Starken zu einem zweiten Paris her⸗ aufgeblüht war, und durch den Glanz ſeines Hofes, ſeine Kunſtſchätze und ſeine Oper Fremde aus allen Theilen der Erde in ſeinen Mauern ſah*).
*) Wraxall's Memoirs.


