„Wieder eine Prinzeſſin!“ riefen ſie aus, aber ohne zu ahnen, woher die Reiſende komme, noch wohin ſie gehe. Auch wurde ihnen dies vorüberfliegende Räthſel nicht leicht gelöſt; denn es kamen damals die Zeitungen noch nicht, wie heute, bis in die ärmſte Hütte, noch war das Studium des Leſens eine ſo allgemeine Beſchäftigung. Von Stadt zu Stadt, von Land zu Land war eine weite Entfernung, und was wir als Spazierfahrt eines Tages betrachten, galt damals für eine große Reiſe.
Der Staatswagen fuhr ſeines Weges; bald ent⸗ ſchwand er dem Auge, und Niemand erfuhr, wohin er gekommen. In ihm ſaß ein junges Mädchen, das mit achtſamen Blicke Alles überſchaute, was ſich ihr am Wege bot. Sie hatte das Wagenfenſter zur Rechten herabge⸗ laſſen und bog ſich häufig vor, um noch beſſer zu ſehen. Die Gegend, die Menſchen, Alles kam ihr neu; ja ſelbſt den Himmel und die darüber hinziehenden Wolken und Wölkchen fand ſie der Betrachtung werth; denn, iſt gleich die blaue Decke über uns allüberall dieſelbe, nennt ſich gleich die Erde überall des Herrn, ſo iſt das Auge des Schau⸗ enden doch gar oft ein anderes, und jede neue Lage, jeder erfüllte Wunſch und jede getragene Hoffnung läßt uns Welt und Menſchen durch eine neue Brille beſchauen.
Fürſtentöchter wachſen mit dem Gedanken auf, ihr künftiges Lebenslvos durch die Politik des Landes beſtimmt
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