An meine Leſer.
Sie haben meinen erſten Verſuch, Ihnen ein Frauen⸗ leben auf geſchichtlichem Hintergrunde als Bild ihrer Zeit zu ſchildern, ſo wohlwollend und mit einer ſo ſchmei⸗ chelhaften Anerkennung aufgenommen, daß ich dadurch ermuthigt eine zweite Arbeit derſelben Art unternommen. „Frau von Staöl“ führt die Bezeichnung„Biographi⸗ ſcher Roman“, Die Benennung legt meiner Arbeit eine Deutung unter, nach der man ſie ſogleich als mißlungen bezeichnen könnte; denn ich habe der Phantaſie in keinem Punkte geſtattet über die Thatſachen hinaus ſich zu ver⸗ lieren, noch eine künſtleriſche Geſtaltung im Auge gehabt. Ich wollte einfach nur Geſchichte ſchreiben und die Perſo⸗ nen auftreten laſſen wie ſie waren. Ich trug nicht einmal Wahrheit und Dichtung im Sinne, ſondern nur Wahrheit. Darum auch war ich beſorgt, es möchten dem Leſer meine Schilderungen langweilig erſchienen ſein, und erſt nach⸗ dem ich von vielen Seiten gehört, es leſe ſich dies Buch
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