Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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Thorilde ſah ihn nicht mehr. Der Staatsanwalt tele⸗ graphirte ſogleich nach Venedig und bat Herrn von Gas⸗ mund, ſeine Nichte bei ſich aufzunehmen, weil es für die junge Wittwe kaum tger paſſend ſei, unter ſeinem Dache zu verweilen. Als dieſer am vierten Tage eintraf, fand er ſie, in tiefe Trauer gekleidet, ihren kleinen Max auf dem Schooße haltend, bleich, aber gefaßt. Wehmüthig ſagte ſie:Ich werde Ihnen Ihr Hüteramt nicht ſchwer ma⸗ chen, lieber Onkel; denn obwohl jung an Jahren, bin ich doch alt an Erfahrung

Ellena war in V enedig zurückgeblieben. Herr von Gasmund hatte dort ein Haus gemiethet, und ſie darin mit der Dienerſchaft zurückgelaſſen, weil er ſie, um ein Be⸗ gegnen mit Leopold zu verhüten, von Berlin entfernt hal⸗

ten wollte.

Der Staatsanwalt fuchte dieſen bald darauf in ſei⸗ ner Wohnung auf, um perſönlich auf ſeine Zuſchriften zu antworten. Hier erklärte er ihm, daß ſeine i Ehe mit Ellena in jeder Beziehung ungültig ſei, und ihn geſetzlich verantwortlich machen würde für jedes im Publicum darüber verlautende Gerücht, wozu er um ſo mehr berechtigt ſei, weil die junge Dame eingewilligt ſeinen Namen zu führen. Da ſie unter den gegebenen Umſtänden künftig in Berlin wohnen müſſe; ſo ſei es allerdings wün⸗ ſchenswerth, d daß von ihren Reiſeabenteuern iöbi we⸗ nig verkaute; und wenn Herr Leopold in dieſem Punkte

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