Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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gleich an meinen Vormund ſchreiben und ihn um ein Dar⸗ lehen bitten.“

„Und er wird es Dir abſchlagen, der liebe Vor⸗ mund!“

„Er wird es mir nicht abſchlagen, Ludolf; denn es ſtreitet nicht gegen ſeine Pflicht mich zu verbinden.“

„Gut denn; ſo verſuche es!“ verſetzte Ludolf, drehte ſich auf dem Abſatze herum und verließ das Zimmer.

Thorilde ſetzte ſich an ihren Schreibtiſch. Sollte Sie dem Staatsanwalte bekennen, zu welchem Zwecke ſie des Geldes bedürftig ſei?— Sie konnte ſich lange nicht entſchließen ihm denſelben zu nennen; endlich ſiegte jedoch ihre Wahrheitsliebe, und ihre Abneigung, den Mann zu täuſchen, der ihres Vertrauens ſo würdig war.

Auch ohne, daß ſie es ausgeſprochen las ihr Vor⸗ mund zwiſchen den Zeilen, wie ſchmerzlich ihr es ſei, daß Ludolf ſich von ihr entferne. Er ſandte ihr die geforderte Summe, begleitet von wenigen, herzlichen Worten; bat ſie aber zugleich, keine ſolche Forderung wieder an ihn er⸗ gehen zu laſſen. Seufzend übergab ſie ihrem Gatten die Banknoten.—