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Der Baron nahm am obern Ende des Tiſches Platz, zur Rechten von ihm Frau von Gasmund, zur Linken ſeine Gattin, neben beiden Damen das junge Paar, und am untern Ende legte Madame Latour, bleich, ernſt, ſchweig⸗ ſam, die Speiſen vor. Man befand ſich im engſten Fa⸗ milienkreiſe, wo heiteres, unbefangenes Geplauder ſeine liebſte Stätte findet; allein kein eigentliches Geſpräch wollte aufkommen. Fort und fort richteten ſich Aller Blicke auf die Baronin, als habe Jeder in ihren Mienen ſein Schickſal zu leſen. Ludolf ließ manche Speiſe mit einem fragenden Blicke zu ſeiner Mutter hinüber an ſich vorübergehen, und richtete an ſeine Brautnur halbe Worte. Frau von Gasmund unterhielt ſich mit dem Baron, allein deſſen einſilbige Antworten ermüdeten, und ſo ließ auch ſie endlich das fallen.
Die Baronin aß wenig und nur Vegetabiliſches. Auch den Wein verſchmähte ſie. Träumeriſch und wie ab⸗ weſend hing ihr Auge bald an dieſem, bald an jenem. Endlich ſchien ſie die völlige Stille um ſich zu bemerken und redete ihre Nachbarin an. Sie fragte, ob ſie Jung Stilling geleſen, mit dem Wirken der Frau von Krüdener bekannt ſei, überhaupt mit dem Leben der Seele ſich be⸗ ſchäftigt habe. Frau von Gasmund mußte Alles ver⸗ neinen. Sie hatte ſich nie über das Warum der Dinge beunruhigt; wie die Welt entſtanden ſei, das war ihr völlig einerlei, ſie hatte es mit dem wirklichen Leben der Gegen⸗
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