Fremde ſtutzte. Nach augenblicklicher Ueberlegung ließ er ſich Papier und Feder geben, und ſchrieb ein Billet, das er für Lady Aſhburton zurückließ.
Mitternacht war vorüber, als er ſein Hotel wieder er⸗ reichte, wo ihn trotz der Ermüdung kein Schlaf finden wollte. Es quälte ihn, daß er nicht energiſcher gehandelt, daß er auf den nächſten Tag verſchoben habe, was heute ſich hätte thun laſſen, daß er einer geſelligen Rückſicht, der Meinung der Welt, einem kurzen Ach! des Erſtuunens in einer wohlgekleideten Geſellſchaft das theuerſte Intereſſe ſeines Herzens geopfert. Derſelbe Augenblick kehrt nie wie⸗ der. Wäre er jetzt für ihn dageweſen, ſo würde er ſich durch die Reihen der geputzten Damen gedrängt, und auf ſeinen Armen die ſchöne Künſtlerin vor ihrer Aller Augen davon⸗ getragen haben!— Er bereuete ſeine weiſe Vorſicht, ſeine Ueberlegung, ſeine Mäßigung; er wünſchte dem Drange des Gefühles gehorcht zu haben, er machte ſich tauſend Vor⸗ würfe und in peinlicher Selbſtqual ſah er den Morgen hereinbrechen.
Schon vor dem Schlage acht ſaß er im Wagen und fuhr ſeiner neuen Wohnung zu. Der Salon im erſten Stocke war ihm vermiethet; hier ſetzte er ſich an das Fen⸗ ſter und blickte bald auf die Straße, bald auf die Uhr. Der Secundenzeiger eilte; aber die Minuten rückten lang⸗ ſam vor. Endlich ſchlug es halb; zugleich pochte ein leiſer


