Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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„Sie ſind zu hart!“ wayf der Geheimrath mißbilli⸗ gend ein.

„Herr Leopold hat ein Verhältniß mit einer Frau, welche ihn bereits mit zwei Kindern beglückte,“ rief Frau von Gasmund bitter.

„Aber iſt dies nicht auch ein bloßes Gerücht?“ fragte der Freund bedenklich.„Ein ſo junger Menſch, welcher ſich einen Weg in ſeiner Kunſt zu bahnen hat, kaun un⸗ möglich eine Maitresse en titre zu erhalten ſich geſtatten.“

„Und dennoch iſt es geſchehen,“ rief Frau von Gas⸗ mund faſt triumphirend:„Herr Leopold zählt dabei erſt 25 Jahre.“

„Unmöglich!“ rief der Freund.

„Und doch möglich,“ entgegnete ſie,„denn die Jün⸗ ger der Zukunftsmuſik beginnen ihr Leben früh; ſie reifen von Knaben zu Männern, das Jünglingsalter überſpringen ſie. Während er meiner Tochter Liebe ſchwor, unterhielt er jene Frau, brachte er ſeine Abende bei ihr zu, nannte er deren Kinder die Seinigen, herzte er ſie, ohne die geringſte Ab⸗ ſicht ihnen den Vaternamen zu geben, mit Vaterfreude und Vaterluſt; dieſer Sachbeſtand iſt es gerade, was mich ſo tief empört hat, denn es iſt der klarſte Beweis, daß er mein armes Kind nicht einmal mit dem Herzen liebt; nur ſeine Sinne gehören ihr, nur ihre Reize und ihr Vermögen

locken ihn, und nenut er Beides ſein Eigenthum, dann

ſpricht er, wie ſie Alle ſprechen, dieſe Ritter von der Zu⸗