Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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das Verhältniß heimlich von ihm fortgeſetzt worden, und Ruf und Ehre Thorildens dabei verloren gegangen?“

„Entſetzlich!“ ſchrie Frau von Gasmund auf.

„Sie ſehen alſo, daß Sie, ſtatt zu zürnen, ihm noch Dank ſchuldig ſind,“ fuhr der Geheimrath fort.„Ich würde an Ihrer Stelle überhaupt die Lage des jungen Mannes, bevor ich ihn abwieſe, prüfen! Wenn nun ein großer Com⸗ poniſt, ein Karl Maria von Weber in ihm ſteckte?— Ich habe ſeine Lieder loben hören. Vielleicht gewinnt er in ſeiner Kunſt eine ehrenwerthe Stellung und Beide werden glücklich. Laſſen Sie uns an dieſem gut machen, was das Schickſal an uns verſäumt hat, Thekla.“ Er ſah ſie faſt bittend an.

Sie bewegte wehmüthig verneinend das Haupt. „Wenn er kein Künſtler wäre,“ ſagte ſie.„Aber die Er⸗ fahrung meines Lebens hat mir bewieſen, daß Künſtler und Dichter ſchlechte Ehemänner ſind. Die Einbildungs⸗ kraft iſt bei ihnen zu rege, ſie leben in einer idealen Welt, Frau und Kinder ſind ihnen die Proſa des Lebens, ihr Dichten und Schaffen iſt ihnen die Hauptſache, der Beifall des Publicums ihr Jubel oder ihr Elend. Der Geſchäfts⸗ mann kehrt heim, ſein trockenes Tagewerk läßt ihn Erholung neben der Frau ſuchen; was ſie treibt, denkt, empfindet, er⸗ ſcheint ihm wie eine verfeinerte Exiſtenz ſeines eigenen Treibens, es erquickt ihn, er erholt ſich, labt ſich daran, wie wir uns inkalten Wintertagen an einer blühenden Hyacinthe