9 ſchüttelnd, als wohne der Zweifel an ihrer Bekehrung durch eigene böſe Erfahrung in ihm.
„Ich that das,“ St ſie nach augenblicklichem gögern,„doch nicht mit der Abſicht mein Kind das Opfer meines Ehrgeizes werden zu laſſen. Stellung und Vermögen ſind ja keine Fehler an einem Manne, im Gegentheile! Wenn er darneben brav und ehrenwerth iſt, wenn er die eines Mädchens gewinnen und feſthalten kann, ſo ſind dieſe geſicherten Verhältniſſe, dieſe beſttnnnt äußere Lage ein Piedeſtal zu ihrem Glücke, es iſt dann Alles ſchon fertig für ſie, ſie braucht nichts zu er⸗ ringen und kann nur um ſo ſorgloſer ihrem Gatten, ihrer Familie undeihrem Hauſe angehören. Wenn ich alſo mein Auge darauf richtete, die Mädchen ſo viel wie nöhl lich nur mit ſolchen Männern i in Berihrung zu we ſche dieje Portheite in ſich vereinten, ſo i ich, werden Sie darin die vorſ ſorgende Mutter 6 und nicht den Ehrgeiz einer Weltdame erkennen, welche der äußeren Stellung Alles zu opfern willig iſt.“
„Ich will die Vorſicht nicht tadeln,“ verſetzte der S heimrath mider„allein wie kam es, daß Sie dieſelbe i Bezug auf den Muſiklehrer ſo ganz bei Seite ſetzten?“
„Mein Gott ja!“ rief Frau von Gasmund faſt wei⸗ nerlich.„Wer wäre denn auch darauf verfallen?— Ein Lehrer?— Ein junger Mann ohne Ausſichten, ohne


