Der Heirathsantrag.
In einer der ſchönen vor dem Potsdamer Thore Berlins gelegenen Straßen hatte Frau v. Gasmund ſeit
Kurzem ein Rezde-chaussée bezogen, deſſen Wohnzim
mer in den mit dem erſten Frühlingsgrüne geſchmückten Garten hinausſahen.
In dieſer Häuſerſtadt, wo ſo ſelten Gras, Blüthen oder Bäume dem Ange begegnen, glaubt man der Natur ſchon nahe gerückt zu ſein, wenn man in dieſem Viertel ein Quartier erobert hat.
Die Dame ſtand an einem hellen Maimorgen am Fenſter und ſchaute der den Thau von Blättern und Blü⸗ then ableſenden Sonne zu. Ihr Frühſtück ſtand aufge⸗ tragen; doch war es noch unberührt geblieben. Ein leiſer Amoly Boelte Die Mantelkinderg. 1


