452 weil letzterer ſeine überſetzung dem engliſchen Dichter, als er in Italien jenen beſuchte, vorlas. Manni hat ſie in ſeiner Istoria del Decamerone abbrucken laſſen; eben dieſer füͤhrt auch eine Umarbeitung derſelben Geſchichte in achtzeiligen Stanzen an, welche aber von keinem beſondern poetiſchen Werthe iſt. Auch fehlt der Schluß davon. Ubri⸗ gens iſt dieſe Novelle faſt in alle Sprachen überſetzt, und auf mancherlei Art benutzt worden, zu bloßen Erzählungen, zu Schauſpielen, Opern u. dgl m. Vielfaͤltig iſt daruͤber geſtritten worden, woher Boccaccio den Stoff zu derſelben genommen habe; aber alle diejenigen, welche dieſe Frage zu entſcheiden geſucht haben, haben ſie, wie Ginguené ſagt, nur noch mehr verwirrt. Woher auch Boccaccio nur immer dieſen Stoff geſchopft haben mag, faͤhrt der ge⸗ dachte Critiker fort, ſei es aus einer franzoͤſiſchen Hand⸗ ſchrift, wozu wenig Wahrſcheinlichkeit vorhanden iſt, daß er eine ſolche gekannt haben ſollte, oder aus einer alten Chronik, welche verloren gegangen iſt, oder aus muͤndli⸗ chen überlieferungen, deren er ſich oͤfters bediente, ſo hat er ſich doch dieſen Stoff ſo zu eigen zu machen gewußt⸗ durch die einfache, naive und ruͤhrende Art ihn zu behan⸗ deln, daß er reell ihm ganz eigenthuͤmlich zugehoͤrt. Und eben dieſer Meinung war auch Petrarca, dieſer ſagte, als er ſie dem Boccaccio als ſein Eigenthum dedicirte, wenn er von der Wahrheit des Inhaltes dieſer Novelle ſprach: Quisquis ex me quaeret an haec vera sint, hoc est, an historiam scripserim an fabulam, respon- dehe illud Crispi: penes auctorem meum, scili- cet Joannem, sit.
Soll ich uͤber den Inhalt, und beſonders uͤber das Verfahren Walthers gegen Griſelda, meine Meinung ſa⸗ gen, ſo ſtimme ich dennoch, ſo ſchoͤn ich auch die Erzaͤh⸗ lung an und fuͤr ſich ſelbſt finde, der Meinung der Gaͤſte bei, welche die Erfahrungen und Verſuche, welche Wal⸗ ther mit ſeiner Frau gemacht hat, fuͤr bitter, unerträglich und zu weit getrieben erklaͤrten.
Schäkereien. Dieſe ganze Stelle ſcheint eine
Anmerkungen.
——


