162 gabe der Opere volgari di G. Boccaccio Firenze 1827. 2c.
S. 15. 8. 6, Bebelande, auch wol Marſchland, d. h. ein niedriges, fettes, wäſſeriges oder ſumpfiges, ge⸗ meiniglich an dem Meere oder großen Fluͤſſen liegendes Land(Adelung); im Original maremma, wie die Moor⸗ gegend bei Florenz heißt. Ein Scherz des Verfaſſers, in⸗ dem er die ganze Welt mit dieſer moraſtigen Gegend in der Naͤhe von Florenz, die ganz roh und unangebaut iſt, in Parallele ſetzt. Auf aͤhnliche Art ſagt Menzini in der neun⸗ ten Satyre von dem Jeſuiten Saliceppo, daß ſein Ruhm auch bis in die Maremma dringen werde. Rolli ſagt von dem Originale o di maremma ein gemeiner Volksaus⸗ druck(espressione popolare) als wenn per 1o mondo nur bloß vom Lande allein(1a sola terra) verſtanden werden könnte.— Fiſolophen. Auch eine poſſierliche Verdrehung des Wortes Philoſophen.
S 15. 8. 16, auf Seligkeit, ein jetzt gewoͤhn⸗ licher Schwur gewiſſer ſtarker Geiſter; im Original: alle Guagnele, eine alte Avkuͤrzung ſtatt per 1'Evangelio.
S 16. 8. 13, die Aedelſten. Es liegt in dieſem deutſchen Worte eben der Doppelſinn, wie in dem italie⸗ niſchen gentile.
S. 23. 8. 12, Ceska, ein abgekuͤrzter Schmeichel⸗ name für Franceska.
S. 23. Z. 26, ſo roch ihr Alles ſo ekelig an. Das Original lautet etwas anders, nämlich: si Forte le veniva del cencio. Schon oben im aten Baͤndchen S. 186 hahe ich zu einer Stelle(S. 150. 8. 10.) der alten Gewohlheit der Frauen in Florenz erwaͤhnt, daß ſie ſich auf Zunder von alten Lumpen, ſtatt auf einer Schippe Feuer uͤber die Straße fortholen, und auf eben dieſe üble Gewohnheit ſpielt der Satiriker wieder an, und laͤßt die feine Ceska ſtatt ſeiner dieſelbe ein wenig aufmutzen. Ich halte daher dieſe ganze Novelle fuͤr eine kleine Satire auf die ſchon damals bekannte ſchlechte Straßen⸗Polizei.
S. 24. l. Z., Guido Cavalcanti. Von dieſem iſt ſchon oben im sten Baͤndchen, S. 102. und 198. ein
Anmerkungen.


