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Zehnte Novelle⸗
mals von der Herrlichkeit und auch von dem Elende gehoͤrt, was den Seelen nach dem Tode, ihren Ver⸗ dienſten gemaß in der andern Welt zugeſtanden wäre. Da ſie nun hieruͤber gewiſſe Nachricht zu haben wuͤnſchten, und doch nicht recht wußten, auf welche Art, ſo verſprachen ſie ſich einander, daß derjenige, der von ihnen zuerſt ſtuͤrbe, zu demjenigen, der le⸗ vend uͤbrig geblieben, wenn er es nur im Stande wäre, zuruckkehren, und ihm Nachricht uͤber das, was er wuͤnſchte, bringen ſollte. Dies bekraͤftigten ſie durch einen Eid.
Nachdem ſie ſich dieſes Verſprechen gethan hat⸗ ten, und ihren Umgang⸗ wie geſagt, mit einander fortſetzten, ereignete es ſich, daß Tingoccio bei einem gewiſſen Ambroſius Anſelmini, welcher in Campo Reggi wohnte, und von ſeiner Frau, Monna Mita genannt, einen Sohn bekommen hatte, zu Gevatter ſtand. unſer Tingoccio beſuchte nun zugleich mit Me⸗ uccio je zuweilen dieſe ſeine Gevatterinn, welches eine ſchoͤne und angenehme Frau war, und verliebte ſich, trotz der Gevatterſchaft, in ſie; und auch Me⸗ uccio, dem ſie ſehr gefiel, und der ſie von Tingoeccio ſehr hatte ruͤhmen hoͤren, verliebte ſich in ſie. Beide huͤteten ſich dieſer Liebe wegen einer vor dem andern, aber nicht aus einem und eben demſelben Grunde. Tingoccio nahm ſich in Acht, es dem Meuccio zu ent⸗ decken, weil es ihm ſelbſt ſchien, daß es ſchlecht wäre, eine Gevatterinn zu lieben, und er ſich geſchaͤmt ha⸗ ven wuͤrde, wenn es Jemand erfahren haͤtte. Meuc⸗


